![]() |
BILDUNGSVERTRAUEN - VERTRAUENSBILDUNG |
gefördert durch die:
|
|
|
Nicole Welter In historischen Umbruch- und Übergangszeiten treten gehäuft die Sorge und Klage über einen Werteverfall oder Sinn- und Vertrauensverlust auf. Diese Krisendiagnose wird insbesondere auf die Jugend bezogen (vgl. Stambolis 2003; Herrmann 1996). In diesem Projekt wird anhand von ausgewählten Autobiographien und autobiographisch orientierter Literatur historisch vergleichend untersucht, inwiefern ein Vertrauensverlust in den Texten thematisiert wird bzw. inwiefern es sich um Transformationen bzw. Rekurse von Vertrauensbildung handelt. Ein Auswahlkriterium des zu untersuchenden Textmaterials wird die Thematisierung der Jugendphase sein, da sich in dieser sozialisations- und bildungsrelevanten Zeit eine intensive Auseinandersetzung mit Sinnfragen, Sozialisationsinstanzen und (Repräsentanten) der Gesellschaft und ihrer Weltanschauungen zeigen müsste. Hierbei interessieren drei zentrale Dimensionen der Frage nach Vertrauen und Bildung in Umbruchzeiten: Der Untersuchung liegen zwei Prämissen zugrunde. Im Anschluss an die These
Mollenhauers (1983/ 1991) wird erstens davon ausgegangen, dass sich in literarischen Texten
komprimiert und verdichtet die historisch-kulturelle gesellschaftliche Mentalität und Situation
niederschlägt. Die zweite Prämisse ist getragen von der biographietheoretischen Annahme, dass
Leben nur möglich ist, wenn ein letztlich unbezweifelter Glaube, ein Vertrauen in "etwas"
existiert (vgl. Marotzki 1999). Bibliographie Baacke, Dieter/ Schulze, Theodor (Hg.) (1979/ 1993): Aus Geschichten lernen. Zur Einübung pädagogischen Verstehens. München Herrmann, Ulrich (1996): Jugendzeit - Umbruchzeit. Jugendkrisen im Spiegel der deutschen Gesell-schaftsgeschichte und Gesellschaftskrisen im Spiegel der deutschen Jugendgeschichte. In: Edelstein, W./ Sturzbecher, D. (Hg.): Jugend in der Krise. Potsdam Marotzki, Winfried (1999): Bildungstheorie und allgemeine Biographieforschung. In: Krüger, H.-H./ Marotzki, W. (Hg.): Handbuch erziehungswissenschaftliche Biographieforschung. Opladen Mollenhauer, Klaus (1983/ 1991): Vergessene Zusammenhänge. Über Kultur und Erziehung. 3. Aufl. München Oelkers, Jürgen (1985): Die Herausforderung der Wirklichkeit durch das Subjekt. Literarische Reflexionen in pädagogischer Absicht. Weinheim/ München Oelkers, Jürgen (1991): Bearbeitung von Erinnerungslast. Erziehungswissen in literarischen Texten. In: Zeitschrift für Pädagogik, 27. Beiheft, S. 393-405 Schulze, Theodor (2005): Strukturen und Modalitäten biographischen Lernens. Eine Untersuchung am Beispiel der Autobiographie von Marc Chagall. In: ZBBS, 6. Jg., H. 1, S. 43-64 Schütze, Fritz (1983): Biographieforschung und narratives Interview. In: Neue Praxis 1983, 13. Jg., H. 3, S. 283-293 Schütze, Fritz (1984): Kognitive Strukturen des autobiographischen Stegreiferzählens. In: Kohli, M./ Günter, R. (Hg.): Biographie und soziale Wirklichkeit. Stuttgart, S. 78-117 Stambolis, Barbara (2003): Mythos Jugend: Leitbild und Krisensymptom. Ein Aspekt der politischen Kultur im 20. Jahrhundert. Edition Archiv der deutschen Jugendbewegung, Bd. 11. Schwalbach/ Ts. |
© 2009 - Forschungsnetzwerk "Bildungsvertrauen - Vertrauensbildung" - Impressum |